Über die Klanginstallation für das Jerusalem Panorama
Kreuzigung Christi Altötting
Das Panorama war zur Zeit seiner Entstehung im 19. Jahrhundert
für eine Revolution der Sehgewohnheiten verantwortlich.
Der Begriff Panorama ist ein aus dem griechischen abgeleitetes
Kunstwort (pan = alles und hórama = sehen) und bedeutet
'allumfassende Gesamtschau'. Das Panoramagemälde stellt
den Übergang des zweidimensionalen Bildes in den Raum
dar. Abgebildet waren meist Landschaft- oder Schlachtenansichten,
die den Besuchern auf Bildflächen mit einer Größe
bis zu 20.000 qm präsentiert wurden, viele der Gemälde
wurden auf Reisen durch die großen Städte Europas
geschickt. Mit dem Aufkommen des Kinos verlor das Publikum
langsam das Interesse an den Rundbildern. Bis heute sind aber
einige Panoramen erhalten und zugänglich. Dazu zählt
auch das Jerusalem Panorama Kreuzigung Christi in Altötting,
auf das sich die vorliegende Komposition bezieht.
Ausgangspunkt meiner Arbeit ist der Gedanke, dass ebenso,
wie das Panorama die Sehgewohnheiten veränderte, dies
für Klanginstallationen im akustischen Bereich gilt.
Klanginstallationen beziehen sich in ihrer Gestaltung und
Form auf den Raum in dem sie präsentiert werden oder
zeichnen diesen akustisch nach. Im Altöttinger Panorama
soll das Rundgemälde mit einer Klanginstallation zusammengeführt
werden. Ziel ist es, den illusionistischen Eindruck des Bildes
durch den Einsatz einer Klangebene zu erweitern.
Die mehrkanalige Raumklanginstallation für das Panorama
Altötting ist im Moment als Modell mit Lautsprecheraufbau
realisiert. Der Besucher kann in dieses eintreten, um das
Bild in Zusammenhang mit den Klängen und Geräuschen
zu betrachten. In einem nächsten Schritt wird die Komposition
für den Panoramaraum weiterbearbeitet.
Die Gestaltung der Komposition bezieht sich sowohl auf die
Grundstimmung des Gemäldes, das den Moment kurz nach
dem Tode Jesu Christi am Kreuz darstellt, als auch auf die
Landschaft und speziell auf verschiedene Ausschnitte des Bildes.
Im Panoramagebäude werden verschiedene Lautsprecherebenen
installiert, die die Bildebenen akustisch nachzeichnen. Als
Klangmaterial dienen größtenteils Aufnahmen natürlichen
Ursprungs, überlagert von einer Ebene aus computerbearbeiteten
Orgelklängen.
Im Laufe des Jahres 2008 soll die Klanginstallation permanent
im Altöttinger Panoramagemälde aufgebaut werden.
Die Verbindung eines Panoramagemäldes mit Klang wurde
von mir in einer vorhergehenden Installation für das
Velaslavasay Panorama in Los Angeles erprobt und ist dort
zu hören und zu besichtigen.

Modellansicht (Photo Micha Ott)
Modellansicht unten (Photo Micha Ott)
Panoramainnenraum Altötting

3D-Visualisierung der Klanginstallation
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