Panorama Kreuzigung Jesu Christi Altötting:
Eine Klanginstallation

Soundinstallation
2008

Über die Klanginstallation für das Jerusalem Panorama Kreuzigung Christi Altötting

Das Panorama war zur Zeit seiner Entstehung im 19. Jahrhundert für eine Revolution der Sehgewohnheiten verantwortlich. Der Begriff Panorama ist ein aus dem griechischen abgeleitetes Kunstwort (pan = alles und hórama = sehen) und bedeutet 'allumfassende Gesamtschau'. Das Panoramagemälde stellt den Übergang des zweidimensionalen Bildes in den Raum dar. Abgebildet waren meist Landschaft- oder Schlachtenansichten, die den Besuchern auf Bildflächen mit einer Größe bis zu 20.000 qm präsentiert wurden, viele der Gemälde wurden auf Reisen durch die großen Städte Europas geschickt. Mit dem Aufkommen des Kinos verlor das Publikum langsam das Interesse an den Rundbildern. Bis heute sind aber einige Panoramen erhalten und zugänglich. Dazu zählt auch das Jerusalem Panorama Kreuzigung Christi in Altötting, auf das sich die vorliegende Komposition bezieht.

Ausgangspunkt meiner Arbeit ist der Gedanke, dass ebenso, wie das Panorama die Sehgewohnheiten veränderte, dies für Klanginstallationen im akustischen Bereich gilt. Klanginstallationen beziehen sich in ihrer Gestaltung und Form auf den Raum in dem sie präsentiert werden oder zeichnen diesen akustisch nach. Im Altöttinger Panorama soll das Rundgemälde mit einer Klanginstallation zusammengeführt werden. Ziel ist es, den illusionistischen Eindruck des Bildes durch den Einsatz einer Klangebene zu erweitern.

Die mehrkanalige Raumklanginstallation für das Panorama Altötting ist im Moment als Modell mit Lautsprecheraufbau realisiert. Der Besucher kann in dieses eintreten, um das Bild in Zusammenhang mit den Klängen und Geräuschen zu betrachten. In einem nächsten Schritt wird die Komposition für den Panoramaraum weiterbearbeitet.

Die Gestaltung der Komposition bezieht sich sowohl auf die Grundstimmung des Gemäldes, das den Moment kurz nach dem Tode Jesu Christi am Kreuz darstellt, als auch auf die Landschaft und speziell auf verschiedene Ausschnitte des Bildes. Im Panoramagebäude werden verschiedene Lautsprecherebenen installiert, die die Bildebenen akustisch nachzeichnen. Als Klangmaterial dienen größtenteils Aufnahmen natürlichen Ursprungs, überlagert von einer Ebene aus computerbearbeiteten Orgelklängen.

Im Laufe des Jahres 2008 soll die Klanginstallation permanent im Altöttinger Panoramagemälde aufgebaut werden. Die Verbindung eines Panoramagemäldes mit Klang wurde von mir in einer vorhergehenden Installation für das Velaslavasay Panorama in Los Angeles erprobt und ist dort zu hören und zu besichtigen.



Modellansicht (Photo Micha Ott)

Modellansicht unten (Photo Micha Ott)

Panoramainnenraum Altötting



3D-Visualisierung der Klanginstallation



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© Moritz Fehr 2002-2008 / Imprint