von Moritz Fehr und Mareike Maage
Wie der Duft der Proustschen Madeleine beeinflusst Erinnerung
an Vergangenes die Wahrnehmung der Gegenwart, woran sie die
Frage anschließt, wie wir mit Erinnerung umgehen und
wie Erfahrungen und Wissen für die Zukunft zugänglich
gemacht werden können.
Die Erinnerung an schöne Momente spendet Halt, während
die Konfrontation mit gewesenen Niederlagen und Demütigungen
Unsicherheit verursacht. Obwohl Vergangenes unwiderruflich
verloren scheint, ist es doch immer in unseren Handlungen
präsent, und wie unsere Identität wird das, was
wir erinnern, beständig neu konstruiert, konnotiert und
ausgelegt. Genauer betrachtet, vollzieht sich "Erinnern"
in einem vielschichtigen Prozess: Der Körper hat, wie
zum Beispiel zum Bewegen der Finger beim Klavierspiel, seine
eigene Art zu erinnern. Neben diesem verarbeitenden Gedächtnis
existieren weitere individuelle Gedächtnisformen, zum
Beispiel das episodische, das uns Zusammenhänge aus der
Vergangenheit in unseren Lebenslauf einordnen lässt,
oder auch das wahrnehmende, das es uns ermöglicht, Personen
und Dinge zu erkennen und zu benennen. Das kollektive Gedächtnis
hingegen umfasst die Erinnerung an übergreifende Ereignisse
einer Gruppe oder einer Nation, in einer Familie kommt dieses
unter anderem in gemeinsamen Ritualen zum Ausdruck.
"Konstruktionen des Augenblicks" stellt in Zitaten,
Interviews, Textausschnitten, Geräuschen und Musik verschiedene
Arten des Erinnerns nebeneinander und blickt dabei in private
und kollektive Gedächtnisse. Die Sendung ist eine Einladung,
sich assoziativ mit der Frage auseinanderzusetzen, was "Erinnern"
bedeutet und wie es kreativ und konstruktiv genutzt werden
kann.
Redaktion: Gabriele Faust
Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks Köln 2007
Sendetermin: Samstag, 6.
Oktober 2007, 15.05 - 18.00 Uhr
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